Guatape, Colombia – 31.Aug. 2016

Wir haben einen Tagesausflug nach Guatape gemacht. Morgens um 6 fuhr unser Bus los, ca 1.5 Stunden später waren wir in Guatape. Diesmal waren die Strassen noch ausgewaschener, und wir hatten Stellenweise leichten Regen. Um ca 8 Uhr kamen wir also an und machten uns zu Fuss auf den Weg zum “Stein” (“El Piedro” wird er auf Spanisch genannt). Ich hab kurz auf der Karte nachgeschaut und es schien mir als ob das nur 1-2 km sind, also ein kurzer Spaziergang. nach ca 10 Minuten kamen wir dann an einem Strassenschild vorbei: noch 10km bis zum Stein… wir haben dann einem Tuktuk einen Wink gegeben und durften mitfahren. Es war kein Taxi-Service, sondern ein Einheimischer der seine Freundin zu einem der Verkaufsstände hochfuhr, wo sie vermutlich arbeitete. Am Fusse des Hügels ging dann das Benzin aus (ca 20 Meter nach der Tankstelle) und es gab noch eine kurze Pause.

Alejandría, Colombia – 27.Aug.-1.Sept.

Alejandría ist ca 90 km von Medellin entfernt und eher ländlich. Die Gemeinde hat ca 4688 Einwohner (Stand 2009), wobei im Dorf selber nur etwa 400 leben, der Rest verteilt sich über die diversen Fincas und Haciendas in der Umgebung. Die Haupteinnahmequellen sind, gemäss Francesco, dem Besitzer des Hostels, Goldabbau, Fischerei (wobei er den Fisch nicht mag) und Landwirtschaft. Das Dorf ist von Medellin aus per Bus erreichbar, ca 3-4 Stunden Busfahrt auf holprigen Strassen ohne Belag (zumindest sobald man Medellin verlassen hat). Der Boden ist recht sandig und die Erosion scheint ein grosses Problem zu sein, sowohl für die Landwirtschaft, als auch für die Strassen. Stellenweise hält der Bus beinahe an um die tiefen Furchen in der Strasse zu überqueren, ohne dass er kippt.

Plaza Minorista, Medellin – 26. Aug. 2016

Nach unserem Erfolg mit der Free Walking Tour von gestern, wollen wir heute gleich nochmals eine Walking Tour machen um die Vielfalt der, zumindest für uns exotischen, Früchte Kolumbiens kennenzulernen. Diese Tour kostet 40’000 COP (kolumbianische Pesos) oder ca. 13 CHF was angesichts der Menge an Früchten die wir probieren dürfen sehr günstig ist.

Die ganze Tour findet auf dem Areal eines riesigen Früchte- und Gemüsemarktes statt – dem Plaza Minorista, der bekannt ist für seine regionale und frische Auswahl.

Eine kurze Geschichte von Kolumbien am Beispiel von Medellin – 25. Aug. 2016

An unserem zweiten Tag in Medellin haben wir dann die sehr empfehlenswerte Free Walking Tour gemacht. Bei einem Guarapo, einem eisgekühlten Drink aus Zuckerrohrsaft und Limonen, hat uns unser Guide Hernán dabei nicht nur die Sehenswürdigkeiten und Merkwürdigkeiten von Downtown Medellin, also seines Quartiers “El centro” näher gebracht, sondern uns auch einiges über die neueste Geschichte Kolumbiens, der Region Paisa (Distrikte Antioquia, Caldas, Risaralda und Quindío) und Medellins erklärt.

Medellin ist die Hauptstadt des Distrikts Antioquia und die Menschen in dieser Region nennen sich auch Paisa oder Antioqueños. Die Herkunft der Paisa im 16. und 17. Jh. ist reicht teilweise zu den Basken zurück, was man auch immer noch am spezielle Dialekt der Paisa – “Español antioqueño” – hören kann, der gewisse Ähnlichkeiten mit dem Baskischen aufweist. Die Paisa waren zu dieser Zeit mittellose Bauern und durch die sie umgebenden Gebirgszüge der Anden vom restlichen Kolumbien getrennt.

Medellin, Colombia – 23.-27. Aug. 2016

Wir haben für die Reise wieder unsere neue Lieblings-Busgesellschafft verwendet: “Expreso Brasilia”. Klimatisierter Bus (Pro-Tipp: Wolldecke oder Pullover mitnehmen, auch wenn draussen >30°C herrscht), WiFi, bequeme Sitze und mehr Platz als im Flugzeug. Die Fahrt dauerte ca 8 Stunden, wobei wir den grösten Teil der Strecke in etwa 2 Stunden hinter uns hatten. Die letzten ca 6 Stunden wurden dann für die Bergstrecke verwendet (irgendwie mussten wir ja die 1500 Höhenmeter noch meistern). Für die letzten paar Minuten vom Busterminal ins “Raiz Hostel” gönnten wir uns dann ein Taxi.

Montería, Colombia – 21.-23. Aug. 2016

Es sieht zwar nach 3 Tagen aus, aber eigentlich blieb uns nur einer davon übrig um die Stadt anzuschauen, die anderen beiden waren durch Busfahren (von Cartagena und dann am 3. Tag weiter nach Medellin) belegt. Doch eigentlich reicht das auch vollkommen für Montería. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören zwei Parks und ein Einkaufszentrum, sowie ein Strassenmarkt. Tourismus-mässig ist es also quasi das Schlieren- oder Spreitenbach-Gegenstück von Kolumbien. Es gibt einiges an Industrie, viel Kleingewerbe, kleine und grössere Läden, teils auch für Städte eher untypisches wie Sattelläden (wir haben 3 Stück gesehen), oder Läden die sich auf Seile spezialisiert haben. Touristen scheint man hier überhaupt nicht zu kennen, und so verwundert es denn auch nicht, dass hier praktisch überhaupt niemand Englisch redet. Zum Glück reicht unser Spanisch bereits soweit, dass wir uns einigermassen durchschlagen können und am Markt sogar um Preise feilschen können (Neue Akquisition: Gestrickte Umhängetasche um die Kamera gut verstauen zu können. Der Rucksack ist dafür zu unpraktisch).

Cartagena, Colombia – Tauchgang

Unser erster Tauchgang im Salzwasser war super. Anstatt 10-12 kg Blei nur 5-6kg und anstatt 7mm Neopren + 7mm Eisweste mit Haube und Handschuhen bloss ein Skinsuit (Ganzkörper-Badehose). Man fühlt sich im ersten Moment irgendwie nackt und leicht, obwohl man die ganze Ausrüstung an hat. Aber das ist auch ganz gut so, denn das Wasser ist 28°C (am Grund) und 29°C an der Oberfläche, die Lufttemperatur schwankt zwischen 30°C und 33°C. Im Vergleich dazu die Temperaturen beim Tauchen im See: Wassertemperaturen um die 12-16°C.

Cartagena, Colombia – 15.-21. Aug. 2016

Nach den zwar warmen aber doch eher winterlichen Temperaturen in Argentinien und Peru ist Cartagena ein echter Termperaturschock: Unglaubliche sommerliche 30° und über 50% Luftfeuchtigkeit erwarten uns auf der Nordseite des Äquators an der Karibikküste.

Die Kolumbianer sind ein sehr farbenfrohes, freundliches, lautes, lustiges und offenes Volk und genauso ist auch diese wunderbar historische Hafenstadt, Cartagena.

Bereits am ersten Abend nach unserer Ankunft wagen wir uns zum Nachtessen an eine peruanische Spezialität die wir in Lima leider verpasst haben: Ceviche. Das ist roher Fisch oder Tintenfisch in dünne Scheiben geschnitten und mariniert in Limonensauce. Auch am nächsten Tag testen wir weitere lokale Spezialitäten. Arepas sind Fladen aus Maismehl die häufig an Strassenständen verkauft werden, gerne mit Käse aber auch mit Hühnchen, Rind oder Chorizon und Maisfüllung. Epañadas sind kleine Küchlein mit wiederum Käse- oder Fleischfüllung sowie Bohnen und Kartoffeln. Arepas mit Käse werden gerne zum Frühstuck gegessen zusammen mit regionalen Früchten wie Papaya, Wassermelone oder Mango sowie Fruchtsaft und Kaffee.

Lima, Peru – 13.-15. Aug. 2016

Eigentlich war der Stopp in Lima etwas länger geplant als nur 1 Tag (2x übernachten), aber beim Buchen ging da irgendwas durcheinander. Wir sind also spät Abends (ca 01:00 nach Lima-Zeit bzw. 03:00 nach Buenos Aires-Zeit) Angekommen (mit der scheinbar üblichen Verspätung von ca 1-2 Stunden).

Gemäss unserem Reiseführer ist ja Buenos Aires schon sehr gefährlich (kam uns jetzt aber nicht irgendwie schlimmer vor als Zürich oder Luzern) aber Lima/Peru ist nochmals ein ganzes Stück schlimmer. Aber auch in Lima war es nicht gross anders als bei uns… jedenfalls hatte es genauso viele Pokémon Go Spieler in Lima wie in Buenos Aires oder in Luzern. Die Altersverteilung ähnlich wie bei uns, also ca zwischen 10 und 70 Jahren. Man musste also nicht Angst haben mit einem älteren iPhone in der Hand gleich ausgeraubt zu werden. Es hat scheinbar jeder ein Smartphone.

Buenos Aires, Argentina – 9.-13. Aug. 2016

Nach über 13 Stunden Flug sind wir in Buenos Aires angekommen. Zumindest am Flughafen. Die Reise ins Hotel dauerte dann nochmals ca 3-4 Stunden, wobei die erste Hälfte beim Flughafenbus draufging. Der Bus fährt mitten ins Zentrum von Buenos Aires hält aber gefühlte 1000 mal an.

Buenos Aires ist eine schöne Stadt, unser Reiseführer bezeichnet sie als “gritty and awesome”, wobei für Schweizer wohl jede Stadt ausserhalb der Schweiz “gritty” erscheint. Unser Hotel war mitten im Hipster-Quartier “Palermo” mit diversen kleinen Läden (zb. Custom-Velos) und Retaurants (Hamburguesas mit Bio-Zutaten, Vegane/vegetarische Restaurants, etc). Halt so wie man es von Zürich Wiedikon kennt (aber halt eine richtige Grosstadt) oder wie an der Langstrasse (aber weniger gritty und weniger Rotlicht-Milieu als die Langstrasse).